Neun Kursleiterinnen und Kursleiter der Volkshochschule Eichstätt sowie eine Mitarbeiterin aus dem vhs-Team machten sich Anfang November auf den Weg nach Graz, um eine Woche lang neue Impulse für ihre Kurspraxis zu gewinnen. Unter dem Thema „NLP für den Unterricht – lerntypenorientiertes und gehirngerechtes Unterrichten“ nahmen die Reisenden an einer intensiven Fortbildung teil, die von einer erfahrenen Dozentin vor Ort geleitet wurde. Organisiert wurde die Erasmus+ Bildungsreise von der Volkshochschule Eichstätt.
Während die Kursleitungen der vhs Semester für Semester ihr Wissen in den unterschiedlichsten Kursen weitergeben, wurden sie in Graz selbst zu Lernenden. Schon während der gemeinsamen Zugfahrt bot sich Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen – ein Austausch, der sich wie ein roter Faden durch die gesamte Woche zog. „Es war eine tolle Truppe, die innerhalb kürzester Zeit zusammengefunden hat und über die ganze Reise hinweg sehr zugewandt war“, berichtet Isolde Wiechmann-Böhm, die an der vhs Kurse zu Stressbewältigung anbietet. Auch Alexandra Sparaga, seit zwei Semestern Kursleiterin, sieht im Austausch der Gruppe einen großen Gewinn: „Wir haben zwar alle dieselbe Ausgangsbasis – wir leiten Kurse –, doch jede und jeder setzt Schwerpunkte anders. Zu hören, was Kolleginnen und Kollegen aus teils jahrelanger Erfahrung berichten, ist ungemein spannend und inspirierend“, sagt sie.
Lernen verstehen – und Lernende erreichen
Im Mittelpunkt der täglichen Seminareinheiten von Dozentin Tanja Kaufmann stand die Frage, wie Lernprozesse individuell gestaltet und Lernende bestmöglich erreicht werden können. Die Gruppe beschäftigte sich mit Grundlagen des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP), probierte verschiedene Kommunikationsstrategien aus und lernte, wie unterschiedliche Lerntypen gezielt angesprochen werden können. Praxisnahe Übungen lieferten konkrete Ideen für die eigene Unterrichtsgestaltung – von kurzen, aktivierenden „Energizern“ bis hin zu Methoden der gehirngerechten Stoffvermittlung. Die Kombination aus Theoriehintergrund und direkt erlebbaren Sequenzen habe, so Alexandra Sparaga, einen nachhaltigen Lerneffekt erzeugt. „Gerade diese kleinen, gut dosierten Impulse, die Aufmerksamkeit und Dynamik im Raum spürbar steigern, werde ich künftig gezielt in meine Kurse einbauen“, erklärt sie. „Sie zeigen, wie wenig es manchmal braucht, um Lernprozesse effektiv zu unterstützen.“
vhs besucht vhs
Neben dem Seminarprogramm blieb Zeit, Graz von seiner kulturellen und bildungspolitischen Seite kennenzulernen. Eine Stadtführung durch die historische Altstadt bot spannende Einblicke in Geschichte, Architektur und Lebensgefühl der steirischen Hauptstadt. Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch der Volkshochschule Steiermark – eine der größten Erwachsenenbildungseinrichtungen der Region. Die modernen Räume, die weitläufige Ausstattung und die hohe Digitalisierung beeindruckten die Gruppe nachhaltig. „Gerade im Hinblick darauf, wie auch jüngere Generationen gewonnen werden können, war der Einblick vor Ort sehr interessant“, betont Isolde Wiechmann-Böhm. Ob beim abschließenden Blick über Graz von der Dachterrasse der vhs oder in den abendlichen Gesprächsrunden – die gesammelten Eindrücke werden sicher noch weit über die Reise hinaus Impulse setzen.


